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Sehtraining

Man kann die unterste Zeile der Sehprobentafel lesen und trotzdem keine halbe Stunde ein Buch durchhalten. Die Sehschärfe misst Schärfe. Sie misst nicht, ob beide Augen zusammenarbeiten oder wie lange sie zum Umschalten brauchen.

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In der Ferne gut sehen und in der Nähe ermüden ist kein Widerspruch

Der Sehschärfetest prüft ein Auge nach dem anderen, unbewegt, geradeaus, auf sechs Meter. Lesen ist das Gegenteil: zwei Augen auf denselben Punkt in dreißig Zentimetern, die jedes Mal umstellen, wenn der Blick zur Tafel oder zum Bildschirm geht, und das über längere Zeit.

Arbeitet dieses System am Limit, ist das Ergebnis kein unscharfes Bild, sondern Unbehagen: Zeilen werden übersprungen, die Stelle geht verloren, das Blatt kommt zu nah ans Gesicht, ein Auge wird zugehalten, und nach zwanzig Minuten kommen Kopfschmerzen oder das Aufgeben.

Bei einem Kind sieht das nach Unlust aus. Bei einer erwachsenen Person mit zwei Monitoren nach Nachmittagsmüdigkeit. In beiden Fällen taucht es auf keiner Sehschärfetafel auf.

Erst messen. Dann entscheiden, ob etwas zu tun ist

Die Untersuchung prüft konkrete Dinge: ob die Augen beim Annähern eines Objekts konvergieren und wie weit, wie leicht die Naheinstellung zwischen fern und nah wechselt, und wie sie einer Textzeile folgen oder von Wort zu Wort springen.

Daraus ergibt sich ein Befund oder eben keiner. Liegen die Werte im normalen Bereich, sagen wir es Ihnen, es gibt kein Training, und Sie wissen, dass Sie anderswo suchen müssen. Ein Training, das ohne begründende Messung beginnt, ist kein Training, sondern ein Monatsbeitrag.

Wie die Arbeit aussieht

Sie verbindet Sitzungen hier, mit dem Material im Trainingsraum, und einige Minuten Übung zu Hause an den meisten Tagen. Der Teil zu Hause ist nicht freiwillig: Dort festigt sich, was in der Sitzung geübt wird, und wer ihn auslässt, kommt nicht voran.

In Abständen werden die Ausgangstests wiederholt. Bewegen sich die Zahlen und die Beschwerden mit, wird weitergemacht. Bewegen sie sich nicht, ändern wir den Plan oder hören auf und suchen woanders. Das besprechen wir mit Ihnen, mit den Werten auf dem Tisch.

Was Sehtraining nicht ist

Es ist keine Behandlung der Legasthenie und keine der Aufmerksamkeitsstörung, und es ersetzt weder schulische Förderung noch eine ärztliche Abklärung. Wenn Ihr Kind mühsam liest, kann eine visuelle Ursache dahinterstecken — oder eben nicht. Wir messen, bevor wir etwas behaupten.

Wir verkaufen auch keine garantierten Ergebnisse, weil sie sich nicht garantieren lassen. Was wir tun: schriftlich festhalten, wo wir starten, was sich ändern soll und mit welchem Test das überprüft wird.

Häufige Fragen

Ist das nur etwas für Kinder?

Nein. Ein guter Teil der Anfragen kommt von Erwachsenen, die den Tag zwischen zwei Bildschirmen verbringen und am Nachmittag mit müden Augen und steifem Nacken ankommen. Das System aus Naheinstellung und Konvergenz arbeitet auch mit fünfzig, und mit fünfzig lässt es sich ebenso messen.

Mein Kind kommt in der Schule nicht mit. Löst das Training das?

Die ehrliche Antwort: Wir wissen es nicht, und wer es Ihnen vor jeder Messung zusichert, verkauft Ihnen etwas. Wir können eine Nahsehschwäche bestätigen oder ausschließen. Gibt es eine, wird daran gearbeitet. Gibt es keine, sagen wir es, und Sie suchen weiter, ohne ein Schuljahr verloren zu haben.

Wie lange dauert es?

Das hängt vom Befund ab und davon, wie konsequent zu Hause geübt wird. Deshalb bekommen Sie auf dieser Seite keine Zahl. Bei der Untersuchung wird ein konkretes Ziel und ein Termin zum Nachmessen festgelegt, und danach entscheidet sich, ob es weitergeht.

Brauche ich eine Überweisung vom Augenarzt?

Für die Untersuchung nicht. Zeigt sich dabei etwas, das ärztlich beurteilt werden muss, erklären wir es Ihnen und überweisen Sie mit einem schriftlichen Bericht, bevor irgendein Training beginnt.

Die Informationen auf dieser Website dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine fachliche Beratung. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihren Augenoptiker, Hörakustiker oder Arzt.