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Spezialkontaktlinsen: Keratokonus, Sklerallinsen und Ortho-K

Anpassungen, die nicht aus der Schublade kommen. Mehrere Termine, eine Hornhauttopografie vorweg und Linsen, die für ein bestimmtes Auge gefertigt werden. Der handwerklichste Teil dieses Berufs, und der, der in einen schnellen Termin nicht hineinpasst.

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Untersuchungsraum mit blauem Behandlungsstuhl, aufgehängtem Phoropter und Spaltlampe auf dem Tisch

Wenn die Hornhaut nicht mehr regelmäßig ist

Eine Brille korrigiert regelmäßige Flächen gut. Ist die Hornhaut verformt — durch einen Keratokonus, eine alte Operation, eine Narbe oder nach einer Transplantation —, kommt ein Punkt, an dem mehr Stärke nichts mehr verbessert: Das Bild ist nicht unscharf, es ist verzerrt.

Eine formstabile Kontaktlinse arbeitet anders. Sie bildet vor der Hornhaut eine regelmäßige optische Fläche, und der Tränenfilm füllt den Zwischenraum. Was sich damit gewinnen lässt, hängt vom einzelnen Auge ab und wird durch Ausprobieren geklärt, nicht durch Versprechen.

Sklerallinsen: die Linse, die die Hornhaut nicht berührt

Eine formstabile Linse mit großem Durchmesser, die die Hornhaut überbrückt und auf der Sklera aufliegt, dem weißen Teil des Auges, der deutlich unempfindlicher ist. Der Raum darunter wird vor dem Einsetzen mit Kochsalzlösung gefüllt.

Daraus ergeben sich zwei Vorteile. Erstens der Komfort: Nichts reibt an der schmerzempfindlichen Stelle. Zweitens liegt die Hornhaut den ganzen Tag in Flüssigkeit, was auch bei sehr trockenen Augen eine Rolle spielt.

Beim ersten Anblick wirken sie beeindruckend, denn sie sind deutlich größer als eine gewöhnliche Kontaktlinse. In der Praxis tragen viele, die eine kleine formstabile Linse nie vertragen haben, eine Sklerallinse den ganzen Tag.

Orthokeratologie: die Linse für die Nacht

Die Ortho-K-Linse wird zum Schlafengehen eingesetzt und morgens herausgenommen. Über Nacht formt sie die Hornhautoberfläche sanft um, und der Tag vergeht ohne Brille und ohne Kontaktlinsen. Der Effekt ist vorübergehend: Wird sie weggelassen, nimmt die Hornhaut binnen weniger Tage wieder ihre eigene Form an.

Sinnvoll ist das für alle, die tagsüber keine Linsen tragen können oder wollen: Staub, Baustelle, Schwimmbad, Kampfsport. Und sie gehört zu den Optionen, die beim Myopie-Management von Kindern geprüft werden, weil die Linse zu Hause eingesetzt wird und der Schultag ohne alles vergeht.

Dafür verlangt sie Disziplin. Jede Nacht, mit ernst genommener Hygiene und mit Kontrollterminen. Es gibt einen Bereich von Werten, der sich damit versorgen lässt; liegt Ihr Auge außerhalb, sagen wir es beim ersten Termin, statt es trotzdem zu versuchen.

Wie der Weg wirklich aussieht

Am Anfang steht die Topografie: eine Punkt-für-Punkt-Karte Ihrer Hornhautoberfläche, aus der sich ein Ausgangsdesign ableiten lässt. Dann kommt eine Messlinse ins Auge, wir beobachten Sitz und Beweglichkeit und korrigieren die Parameter.

Die endgültige Linse wird für dieses Auge gefertigt und bei Ankunft erneut beurteilt. Sie sitzt nicht immer beim ersten Mal, und das ist kein Rückschlag, sondern Teil des Verfahrens. Rechnen Sie mit mehreren Terminen über einige Wochen.

  • Hornhauttopografie beider Augen
  • Messlinse im Anpassraum und Beurteilung des Sitzes
  • Bestellung der endgültigen Linse mit angepassten Parametern
  • Handhabungstermin: einsetzen, herausnehmen, reinigen, aufbewahren
  • Regelmäßige Kontrollen und Abstimmung mit Ihrem Augenarzt, wenn ein Fall läuft

Häufige Fragen

Bei mir wurde ein Keratokonus festgestellt. Behandeln Sie das?

Nein, und das sollte klar sein. Die Verlaufskontrolle des Keratokonus und alle Behandlungsentscheidungen gehören zum Augenarzt. Wir übernehmen die optische Hälfte: die Linse anzupassen, mit der Sie sehen, während Ihr Fall dort bleibt, wo er hingehört.

Tut eine formstabile Linse weh?

Man spürt sie, vor allem in den ersten Tagen, und es gibt eine Eingewöhnung, die kein Geheimnis ist, aber durchlaufen werden muss. Mit einer Sklerallinse ist das Gefühl meist deutlich geringer, weil das Lid nicht über eine auf der Hornhaut liegende Kante läuft.

Ich wurde vor Jahren gelasert und sehe nachts Höfe.

Das kommt oft vor und verdient eine Topografie. Eine behandelte Hornhaut kann eine optische Zone behalten, die zu klein wird, sobald sich die Pupille im Dunkeln öffnet. Wir sagen Ihnen, ob eine Spezialkontaktlinse in Ihrem Fall etwas ändert — und ebenso, wenn nicht.

Wenn ich mit Ortho-K anfange, komme ich davon wieder los?

Ja. Die Formung ist umkehrbar: Lassen Sie die Linsen weg, nimmt die Hornhaut binnen weniger Tage ihre Form und damit Ihre gewohnten Werte wieder an. Richtig ist allerdings, dass sie während der Nutzung jede Nacht hinein müssen, weil sich der Effekt nicht ansammelt.

Die Informationen auf dieser Website dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine fachliche Beratung. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihren Augenoptiker, Hörakustiker oder Arzt.